Foals,
Bloc Party,
Blood Red Shoes und
The Wombats. Das alles an einem Abend!
Es war eigentlich zu schön um wahr zu sein und ich musste auch den ein oder anderen
Trick anwenden um diesen Traum für mich wahr werden zu lassen... Aber irgendwie hatte es geklappt und so stolperte ich am Samstagabend um kurz nach sieben in die Grosse Freiheit 36, und mitten hinein in das Set der Foals. Aus irgendeinem Grund hatten die Veranstalter nämlich versäumt den, um eine Stunde vorgezogenen Beginn des Konzerts, bekannt zu geben. Die großartige, energetische Performance der Foals und ihre minimalistischen Pop-Hynmen blieben somit größtenteils unbemerkt von den Bloc Party-Fans, die gerade erst ankamen oder sich noch in der Garderoben-Schlange langweilten. Schade, wie ich finde, denn die Band hat ein paar mehr begeisterte Anhänger verdient.
Pünktlich um acht Uhr traten schließlich die wirklichen Helden des Abends auf die Bühne. Brausender Jubel zu überraschend wenig Theatralik. Keine Blechbläser-Fanfaren und blendende Lichtshow, einfach ein bisschen Nebel, der weiße Bloc Party Schriftzug und vier sympathische junge Musiker die grinsend und winkend auf die Bühne schlendern. Erfrischend simpel. Was folgte sind 60 Minuten dichte Beatgewebe, hinreißender Gesang und lässiges Geplauder. Ein Fan in der ersten Reihe wird effektvoll auf sein cooles (Bloc Party) T-shirt angesprochen, man versucht dem Publikum ein paar echte Britische Redensarten beizubringen und Kele klettert auf einen Boxenturm und von dort auf den Balkon, um quer durch die Menge auf der anderen Seite wieder auf der Bühne zu erscheinen. Keine Spur von Starallüren. Dann kommen die Zugaben: die neue Single „Flux“ und das großartige „Sunday“ mit zwei Drum-Sets. Fantastisch. Aber das war noch nicht alles. Denn das Publikum lockt die Band ein zweites Mal auf die Bühne: Neben „Helicopter“ wird „Skeleton“ gespielt – ein Song der sonst nur auf einer in Japan veröffentlichten EP zu finden ist, eine Live-Performance-Seltenheit – und das mitreißende „The Pioneers“! Man hätte der Band gerne persönlich gedankt...


Nachdem das allgemeine Chaos am Ausgang und die Garderoben-Schlange bewältigt waren ging es eilig weiter in die stickige Hitze des ausverkauften Molotow. An ein Durchkommen zur Bühne war nicht zu denken. Man blieb schon am Durchgang zum Konzertraum in der Menge stecken wie ein Korken in der Flasche. Motorbooty feiert Geburtstag. Doch der ersehnte Auftritt der Blood Red Shoes ließ nicht lange auf sich warten. Zu sehen war zwar nichts, da die kleine, schmächtige Figur von Laura-Mary Carter von den Köpfen der menschlichen Sardinen völlig verdeckt wurde. Aber es wären nicht Blood Red Shoes gewesen wenn sie nicht Bewegung in die Masse bringen könnten. Sie spielten all die packenden Hurricane-Lieder und ich fiel überglücklich nach dem Set in eine der weichen Couches und blieb dort bis ein Uhr liegen. Somit waren die Wombats für mich größtenteils ein reines Hörerlebnis. Doch wer könnte den freudigen Melodien dieser Band widerstehen? Olaf rief mir zu, dass er sie für die nächsten Beatles hält. Naja, soooo weit würde ich vielleicht nicht gehen, aber die drei Liverpooler und ihre blumigen Melodien und trällernden Gitarren haben all meine Sympathie – und das nicht zuletzt wegen ihrem wundervollen Akzent...
Seufz. War das ein Abend...
