2008/01/23

Erhöhte Emotionalität

Man mag mir fehlende Objektivität und übertriebene Gefühlsduselei vorwerfen, aber ich halte es für eines der besten Konzert, die ich seit sehr langer Zeit gesehen habe: Iron & Wine in der Fabrik am vergangenen Sonntag.

Da stand ich, irgendwo in der Menge des buntgemischten und völlig begeisterten Publikums und konnte nicht anders als dahin schmelzen. Es war einfach zu viel: die wundervolle, einzigartige Stimme von Sam Beam und die überraschend ernsthafte Emotionalität in seinem Gesicht, der großartige Sound der Band, die hinreißende Instrumentierung, die verzaubernden Songs und ihre poetischen Lyrics, die wunderschönen Instrumentalparts, die tolle Stimmung im Publikum und, und, und. Es drehte sich nur um die Musik, keine Show sondern ernsthafte Konzentration. Ich war selbst überrascht welche Genugtuung solche Konzerte fernab der wohlbekannten und geliebten Indie-Rock-Gesten sein können. Ein Konzert wie ein Monet-Gemälde. Musikalisch beinahe makellos, mit zweistimmigem Gesang, unerwarteten Gitarrensounds, Petal-Steel, Geige, Klavier, E-Kontrabass, Akkordeon, Kongas, Glockenspiel, Xylophon und sogar diesen lächerlich einfachen Klanghölzern. (Also bitte, wer hat im Musikunterricht nicht über dieses Instrument gelacht...) Ein Sound wie von CD und doch verfeinert mit lebendigen längeren Instrumentalparts und Bass- und Gitarren-Soli die man auf der Platte vergeblich suchen würde...
Wie bereits erwähnt, es mag an meiner erhöhten Emotionalität in den letzten Tagen liegen (und die mag man mir verzeihen...), aber ich war einfach nur gerührt und begeistert, gefesselt und in hohem Maße erfreut. Mehr davon, bitte!



2008/01/21

Gewinner!

Sie sagte: „Schreib da mal ne eMail hin,“ und „hör mal von 19 bis 22 Uhr Radio.“
Und man sollte auf Cat hören, wenn sie solche Dinge sagt. Zwei Tage später steht man dann nämlich bei einem „exklusiv nur für 100 ausgewählte N-Joy-Hörer“ Wohnzimmer-Konzert von Nada Surf in der ersten Reihe und grinst 60 Minuten lang sich wie ein Honigkuchenpferd.


Montags flatterte die eMail mit den oben genannten Aufforderungen in meine Last.fm Mailbox und ich muss offen zugeben, dass ich am Anfang gar nicht verstanden hatte, dass es bei diesen lustigen Preisausschreiben nicht um ein Ticket für das auf Ende Februar angesetzte offizielle Konzert von Nada Surf ging, sondern um ein, noch in dieser Woche stattfindendes, spezielles Radio-Akustik-Konzert. Umso größer meine Begeisterung als ich noch am selben Abend eine völlig aufgeregte Mitteilung bekam, dass Cat tatsächlich im Radio gewonnen hatte und „plus eins“ auf der Gästeliste stand. Nur schade, dass „plus eins“ weit nicht für alle Nada Surf-Fanatiker in unserer Bekanntschaft reichte. Somit hieß es am nächsten Tag gleich noch mal N-Joy hören.
Eigentlich war es einer dieser Abende an denen alles gleichzeitig und in viel zu kurzer Zeit passiert. Wir wollten Abendessen kochen. Dann ein Anruf von meinem Freund, mit dem ich seit drei Tagen nicht mehr geredet hatte. Zwischendurch beim Radio anrufen und Nummer und Name hinterlassen. Gemüse in die Pfanne. „Yes, I miss you too. Like crazy.“ Plötzlich der Rückruf vom Radio. Murat sah per Skype zu während ich mit dem Moderator quatschte. Die Mädels in der Küche bekamen vor dem Radio einen Lachanfall... Ohne überhaupt Gelegenheit zu haben drüber nach zu denken hatte ich plötzlich auch einen Gästelistenplatz. Zurück in die Küche. Essen ist fertig. Dann fliegt Sylwie’s Handy durch die Luft. Tränenverschmiertes Augen-Make-Up. Liebesdrama. Dann der Abwasch und es war noch nicht mal zehn Uhr abends. Verrückt und viel zu schnell...
Doch Zeit zum Genießen kam dann zwei Tage später. Nada Surf live und unplugged. Wir gingen zu viert hin: Cat, Ollie, Michael und ich. Und es war großartig. Wie könnte es auch anders sein?
Und was würde ich nur ohne Cat machen?




2008/01/15

Premiere

Man hatte sich schon halb mit dem Scheitern des Projektes abgefunden... und dann sowas! Der Krimi-Selbstbaukasten lebt!!!
Es bleibt spannend...

Out with the girls...

Es ist die Leichtigkeit in irdischer Form. Frühlingsmusik mit hüpfenden Beats, trällernder Orgel und einer Soulstimme die auch live ihre Coolness nicht einbüßt. Sie rieselt einfach so, wie glitzernder Feenstaub in die Ohren und ist dann auch nicht mehr so schnell loszuwerden: Those Dancing Days.
Diese bezaubernde Mädchenband irgendwo aus Schweden zog also am vergangenen Samstagabend das nahezu ausverkaufte Molotow in ihren Bann - und daraus folgend – auch gleich weiter auf die Tanzfläche. Großartig! Herzerwärmend! Verblüffend! Mit welcher Unbeschwertheit die Band ihre kleinen, niedlichen Melodie-Kaninchen aus dem imaginären Damenhut zog und sich trotzdem sichtbar überrascht über den frenetischen Applaus freute.
Ich sage MERCI für ein wundervolles Konzert und einen verrückt, lustigen Abend auf der Tanzfläche. .
.. Man sollte viel öfter tanzen gehen. Wirklich!

2008/01/05

Entzugserscheinungen

Kaum bin ich wieder zurück in Hamburg erwische ich mich wieder dabei. Ich werde aufmerksam wenn ich an irgendeiner Plakatwand etwas Englisches lese. Ich scanne automatische den (leider nicht abbestellbaren) Newsletter des Hamburger Senats nach internationalen Themen. Ohne dass ich es merke denke ich über die Relevanz und den Interessantheitsgrad der Nachricht nach und überlege woher man noch mehr Informationen zu dem Thema bekommen könnte...
So ist das wohl nach einem Jahr, nach präzise 53 Arikeln für The Hamburg Express. Und ja, es hat viel Spaß gemacht, auch wenn ich nach einem Jahr ohne eine einzige Woche Pause froh bin meine Zeit wieder etwas freier einteilen zu können. Schließlich brauche ich endlich mehr Raum für meine (hoffentlich) baldige Magisterarbeit. Aber natürlich wäre Anne nicht Anne, wenn sie nicht heimlich, still und leise wieder neue Pläne schmiedete... vielleicht eine kleine Radiosendung auf Tide? Nichts regelmäßiges, nur damit ich ein bisschen Erfahrungen sammle... well, we’ll see...