2009/03/30

The Band Bag

I have to admit I never really understood them. The first time I saw one of them lying on the merch stand at some trendy concert, they reminded me of the sad batik dyeing experiments or colourful potato stamping adventures I went through in elementary school, that forced my mother to carry her shopping in some well-intended but badly executed linen bag artwork. They always radiated a certain kind of do-it-yourself charm, that certainly fit most of the indie bands, but left me wondering who actually bought those bags and what you would use them for if you did. I couldn’t really picture myself standing in front of my coat rack considering whether to take the Foals or the Dodos out to Wal Mart to buy some milk, toast and a can of corn.
But then, standing in line at a small corner shop at St. Pauli the other day I suddenly understood. There was this dark haired, good looking thirty-something in his skinny jeans and duffle coat; his cute big-eyed son sitting in the shopping cart, waiting for his father to finish packing the groceries into his ClickClickDecker linen shopping bag. There it was, the one and only situation where a bag like that seemed to make sense: The urban chic; the post-student music snob, that wants to keep up the life style even with kids scuttling about his feet; the 21st century grup, that shares his own children’s childishness.
I guess I better start working on my collection then…

How Dare I?

There are a few rules you have to stick you when writing your final thesis. One of them is reducing your social contacts to the minimum, focusing your energies on reading, writing, thinking. When looking back at the last month or so, I am pretty sure that’s what I did. The average response time to an email of a friend was somewhere between two and five days and partying was limited to a lonely, unexciting couch in my favourite bar, somewhere far off from the roaring buzz of the Reeperbahn.
So how could I dare – right there, on the 30th page of my thesis – to spend an entire week simply enjoying myself with the one’s I hold dearest?
How dare I roam the streets of St. Pauli on a rainy Monday night, when even the tourists are rare; talking, laughing, walking, searching with Cat for a bunch of young, frizzy haired Scots that were never to be found?
How dare I spend my Thursday afternoon on a cosy couch in Sternschanze, drinking Earl Grey and watching the rain fall, while chitchatting with one of my oldest friends back from high school?
How dare I spend my Friday afternoon baking tank-cookies (don’t ask me… they were a gift…) in order to later drop them off at some spacious 36 hours house-warming-birthday party I didn’t know anyone and stayed only for 15 minutes?
How dare I invade the St. Pauli apartment of my former flat mates, chatting, laughing, drinking beer, and even move on to the beloved couch at Kleinraumdisko only to take ridiculous pictures of my friend and me at three in the morning?
How dare I meet up with another friend the following day at Don’t Tell Momma, to celebrate his newly found Hamburg apartment, eating an obscenely delicious American Cheese Cake and considering the cost of living in the city?
How dare I spend the rest of the day baking another birthday present cake, that contained an unhealthy amound of chocolate, and deliver it to a friendly but somewhat clumsy party somewhere in Barmbek?
How dare I spend two hours on the phone this noon, talking to my family and later hang in front of the TV watching a movie with three of my best friends?
How dare I?

2009/03/20

St. George gotta wait

It is over. A simple email and “much to our regret” ended it.
Well, my regret is even bigger than yours, I guess. In any case the suspense is gone and I can start thinking about the future in other terms than deadlines and stress from now on. And who knows, maybe it’s for the best. Maybe another year at university would have been a plain waste of time. I will not be moving in September. But I am pretty sure I will eventually… St. George simply gotta wait.

2009/03/18

Bored of Cheap and Cheerful

Eine Rock’n’Roll-Blues-Band ohne Bass und Schlagzeug. Nichts weiter als zwei Gitarren, zwei Stimmen und eine Drum-Machine. Einfache Songs, straight forward Blues-Lines, Beats, die direkt in die Hüften gehen und Gesang, der mitreißt, kleben bleibt. Tape Song.
Sie klammert sich an die Stange ihres Mikroständers und lehnt sich weit über den Bühnenrand hinaus. Sie ist überall, zu jeder Zeit. Wildkatze in Lederstiefeln. Klimpernde Armreifen. Leoparden-Jacke. Gitarren wie direkt aus Rolling Stones’ Bitch. Sie klettert auf den Lautsprecher-Turm. Ihr langen Haare wirbeln durch die Luft. Hook and Line. Sour Cherry. Es ist ein Tanz. Sie werfen sich Blicke, Akkorde, Textzeilen zu. Ihre Gesichter nur wenige Zentimeter von einander entfernt. Ihre Körper im gleichen Takt. Rock’n’Roll-Tango. Last Days of Magic. Zauberhaft, sexy, energiegeladen.
Die Kills erinnern mich daran wie einfach und zugleich erfrischend Pop-Kultur doch sein kann. Nostalgisch und trotzdem am Puls der Zeit: What New York Used To Be...



PS: Eine durchaus lobende Erwähnung der Supportband 206 will ich an dieser Stelle nicht vergessen. Auch wenn sicher nicht alle Kills-Fans von der Wahl angetan waren und ich selbst auf das Schlimmste vorbereitet war, als ich etwas von „deutsche Punk-Band“ las... (schließlich macht man so seine Erfahrungen mit Supportbands...) Aber 206 waren eine positive Überraschung. Ein charismatischer Frontmann mit leicht androgynem Charme, Songs mit feinem Sinn für Melodik und Songtexten, die ins englische übersetzt auch als solche von Kurt Cobain durchgehen könnten... Not bad, at all!

2009/03/13

Reality-TV

Ich geb es zu. Als Produkt chronischer Überarbeitung und der daraus entstehenden, abendlichen Gehirn-Ermüdung habe ich es tatsächlich in den letzten zwei Wochen gewagt fern zu sehen. Ja, tatsächlich. Und diesmal ist wirklich das allgemeine, ordinäre deutsche Fernsehen gemeint. Keine obskuren, fremdsprachigen Internet-Angebote oder Gesellschafts-untergrabende Online-Piratensender. Kein Byte.FM zum Sehen. Einfaches, werbefinanziertes, Füße-hoch-und-Gehirn-aus Unterhaltungsprogramm.
Was mir ein Schulterklopfen meiner Medien- und Kommunikationswissenschaft Professoren einhandeln würde, könnte vielleicht – und durchaus verständlicher Weise – bei dem ein oder anderen meiner Leser aus Unverständnis stoßen. „Was? Du hast ferngesehen?!? Was ist passiert? Alle deine Bücher und CDs in Flammen aufgegangen? Dein DVD-Player kaputt und deine Internetverbindung gestört?!“
Und zu einem gewissen Maß hat der Leser, der diese Fragen stellt natürlich recht. Schließlich könnte man seine Zeit mit so vielen, viel schöneren Dingen verbringen. Aber ich will hier keine Diskussion über die Qualität des deutschen Fernsehens entfachen. Wir alle kennen die Fakten und bilden uns unsere eigene Meinung (An dieser Stelle sei den unregelmäßigen Zeitlesern der vor zwei Wochen erschienene Artikel über die Qualität des öffentlich-rechtlichen Fernsehens ans Herz gelegt.).
Viel wichtiger ist, was ich sah...

Ich schalte von der „Tagesschau“ zu „Germany’s Next Top Model“, wo Heidi Klum erklärt, sie wolle den Kandidatinnen der Show mit dem Umzug in eine hoffnungslos geschmacklos überladene Luxusvilla in Los Angeles einen Vorgeschmack auf ihre Zukunft als Topmodel geben. Ich muss an den Artikel im Zeit-Magazin denken, den ich vor einem halben Jahr gelesen habe, als das russische Topmodel Ruslana Korshunova aus dem Fenster ihres New Yorker Appartments in den Tod stützte. „Bevor Ruslana dort einzog, hatte sie in einigen Modelapartments gewohnt, die von den Agenturen gegen eine hohe Miete zur Verfügung gestellt werden. Es gibt Etagenbetten, die Mädchen wechseln wöchentlich. Von dort aus schickt die Agentur die Models auf unzählige Castings.“ hieß es in dem Artikel. „Die Agentur legt die Kosten für Setbilder, Reisen, Unterkunft aus. Jedes neue Setbild, jeder Kurierdienst wird dazugerechnet. Das ist Standard in der Branche. Zusätzlich nehmen die Agenturen Kommissionen auf die Verdienste der Models. Agenturen in London und New York behalten 20 Prozent, in Mailand 40, manchmal 50 Prozent, in Paris behalten fast alle 70 Prozent des Honorars,“ hieß es dort auch. Ich frage mich ob die Mädchen in der Sendung das wissen und schalte um. Eine Expertengruppe spricht über das Thema Essstörungen und Magersucht. Hinter der freundlichen Moderatorin wird das Bild einer unwirklich dürren, nackten Frau eingeblendet. Eine ehemalige Magersüchtige spricht davon, dass in unserer Gesellschaft die ‚Grundlage zum Leben’ immer mehr zum Feind wird. Die Nummer einer Seelsorge-Hotline wird eingeblendet. Ich schalte um. In „Teenager außer Kontrolle“ wird ein 15-jähriger Drogendealer in einem coolen Clip der Zuschauerschaft vorgestellt. Er und seine beiden Kumpels laufen wie im Musikvideo einer Rap-Band durchs Bild. Seine Eltern schicken ihn in die Wüste. Ich schalte um. Brennpunkt zum Amoklauf in Winnenden. Jemand redet über Waffengesetze, Schulkontrollen, schnelle Eingreiftruppen, die Verantwortung der Medien, Gewaltspiele und brutale Filme. „Auf dem Computer des Täters wurden Pornos gefunden.“
... Gibt es da Zusammenhänge?

Niemals so, wie es war...

Die letzten drei Wochen haben alles verändert. Niemals wird unsere Beziehung wieder so sein, wie sie früher war. Niemals werde ich in der Lage sein, ihm mit derselben Unbeschwertheit zu begegnen, wie damals. Es hat tiefe Wunden hinterlassen: Die tägliche Routine. Meine Erwartungshaltung. Sein Schweigen. Die Frau in der gelben Jacke zwischen uns. Die Andeutungen, die sich als nichts als heiße Luft heraus stellten. Passivität. Hilflosigkeit. All das ist Schuld daran dass der Gedanke an ihn mir Magenschmerzen bereitet.

Nie wird es sein, wie es war – zwischen meinem Briefkasten und mir.