2007/11/05

Die Backstreet Boys im Molotow

Ich mag das Molotow.
Ich weiß, es ist eng, laut und verraucht und vielleicht könnte man ihm sogar seine trendiness vorwerfen. Aber es ist und bleibt der erste Club für Indie in Hamburg. Der erste Club in dem sie alle spielen. Solche „ersten“ Konzerte sind die Highlights. Mit ein paar zig Leuten, die genauso musikbegeistert wie man selbst sind, in angenehmer Atmosphäre wirklich gute Musik hören, Spaß haben. Was kann es Schöneres geben?
Schade nur, dass das Konzert von den Films am vergangenen Montag keines dieser „ersten“ Konzerte war. Sie hatten schon einen heißen Sommer hinter sich. Sie hatten beim Hurricane gespielt, beim Dockville, sogar auf den kleinsten lächerlichsten Festivals ganz im Süden und Norden der Republik. Und so war das Molotow nicht mit Musikpresse lesenden Indie-Freaks gefüllt, sondern mit Festivalbesuchern und Bravo-Lesern.
Mine und ich waren gleichermaßen entsetzt als wir die Mädchen sahen, die sich vor die kleine, flache Bühne des Molotows auf den Boden setzten, als hätten sie vor hier drei Stunden auf den Auftritt der Backstreet Boys zu warten. Entsprechend unglaublich war auch die Begeisterung die der mittelmäßigen Vorband und schließlich und endlich den Films selbst entgegen gebraucht wurde. Kreischender Jubel. Fanatischer Applaus. Was war da los? Lag es allein an den hübschen Gesichtern der jungen Amerikaner und ihrem lässig, schäbigen Rock-Star-Gehabe?
Ich weiß es nicht.
Ich weiß nur, dass solche Konzerte keinen Spaß machen. Es war nett. Es gab vier neue Songs zu hören die – wie zu erwarten – sehr hinter den Songs des ersten Albums zurück bleiben. Aber es war nicht diese besondere Atmosphäre.
Solche Konzerte gehören nicht in einen Club wie das Molotow. Sie erinnern mich nur wieder an das alte Problem...

1 comment:

Ciceros Erbe said...

JA, das ist doch das schöne an unserer Multi-Media-Internet2.0-Gesellschaft! Vielen Dank für den Querverweis! :-)

Ein anderer Aspekt ist mir noch eingefallen, über den ich im Post zum Jason Mraz-Konzert in München schon geschrieben habe:
Das myspace-Phänomen!
Vielleicht ist das, was Du beim Films-Konzert erlebt hast, der große Nachteil von myspace? Die unweigerliche Folge der Multi-Media-Internet2.0-Generation?
Klar, es ist einfacher bekannter zu werden. Sogar weltweit. Und es ist einfacher für Musikliebhaber neue Bands zu entdecken...aber die bleiben eben nicht lange unentdeckt.
Ich denke, dass myspace, last.fm, Blogs usw. dazu beitragen, dass es viele neue & interessante Bands schaffen, Gigs zu bekommen, ABER auch, dass es solche Kreisch-Mitmach-Konzerte gibt, bei denen man das nie gedacht hätte.

Die berühmten zwei Seiten der Medallie!?