2008/08/28

Why Don't Our Parents Worry About Us?

Ich habe einen Song wiederentdeckt. Einen Song, den ich seit Ewigkeiten nicht mehr gehört hatte. Vor 17 Jahren war er auf einer der Kassetten, die mein Onkel immer zu Weihnachten für meine älteren Geschwister machte. Darauf war jedes Mal das Jahres-Best-Of, mitgeschnitten aus dem Radio. Ich war gerade in der Grundschule und schnappte mir eine dieser Kassetten, die von dann an jeden Tag auf meinem Kassetten-Recorder zu lief. Tag ein Tag aus. Ich liebte sie, konnte jeden Song mitsingen – egal ob deutsch oder englisch.
Und heute, Jahre später bin ich entsetzt.
Dieser Song?
DIESER SONG?
Warum sorgen sich meine Eltern nicht um das Wohl ihrer Kinder? Wie konnten sie es zulassen, dass die kleine unschuldige Seele einer Achtjährigen diesem unverschämten Mix aus zuckersüßem Pop und purem Sex ausgesetzt wurde? Welchen Schaden hat meine Psyche genommen weil ich sorglos über mein Malbuch gebeugt jene Zeilen mitträllerte? Wussten sie nicht, wie gefährlich Pop ist? Ich sage euch: Damals, vor 17 Jahren, im zarten Alter von acht, mit Prince’s Cream fing es an... und heute ist es zu spät noch einzulenken...

2008/08/24

Thank God, it’s Christmas!

Wie Weihnachten! Nein, doch nicht die in diesem Jahr stolze vier Monate vor den Feiertagen gesichteten Lebkuchen im Supermarkt um die Ecke... Nein. Natürlich der digitale pre-release des neuen Bloc Party Albums Intimacy. Besser kann’s kaum noch werden!! Oder vielleicht doch?!

2008/08/22

Dark Night

Ich lief durch die dunklen, regennassen Straßen nach hause. Die Lichter der Ampeln und Laternen am Rande der menschenleeren Straßen waren nichts als Nebel in der warmen, feuchten Luft. Sie funkelte diffus, verschwammen in der Dunkelheit, spielte Irrspiele in jeder Pfütze.
Selten gingen Fiktion und Realität so sanft ineinander über wie gestern Nacht als ich von der Spätvorstellung von The Dark Knight heimkehrte. Ich weiß, es ist schon viel über ihn gesprochen, geschrieben, gelesen worden. Kein Bedarf für meine kleinen Worte. Gesagt sei nur: Clockwork Orange ist nichts. Genauso wenig wie Fight Club. Wer von düsterer Gesellschaftskritik am Rande des Wahnsinns reden will soll ab jetzt von The Dark Knight reden. Hier konstruiert jemand eine Welt, die ohne Helden besser dran ist, in der es keinen Unterschied zwischen Chaos und Ordnung, zwischen Gut und Böse, zwischen Schein und Realität gibt. Meine Verbeugung von Christopher Nolan. Solche Geschichten werden selten geschrieben.
...und Jerome Charyn hat recht: Es ist die einzige, wirkliche Comic-Verfilmung.

Düsseldorf wie in Hamburg


Ich weiß, ich hab in meinem Freundeskreis schon den Ruf der ewig nörgelnden, hochnäsigen Hamburgerin weg, die sich aus reiner Boshaftigkeit über das Nachtleben anderer Städte lustig macht. Aber es ist nun mal so: Wo man in Hamburg einfach durch die Straßen schlendert, um mal hier und mal dort gemütlich in ein Sofa zu sinken und ein Astra zu trinken, gestaltet sich ein Pub-Crawl in anderen Städten ein bisschen schwieriger.
So wagten Krissi und ich uns bei meinem letz-wochenendigen Düsseldorf Besuch auf Safari durch das letzte bisschen alternativen Lebensraum in der Hochglanz-Hochburg am Rhein, und stürzten uns siegessicher in den Stadtteil Düsseldorf-Flingern. Dort angekommen gestaltete sich die Umsetzung unsere ursprüngliche Bar-Hopping-Idee jedoch als etwas komplizierter. Außer dem leuchtketten-verseuchten Che Guevara war keine Kneipe in Sicht. Zwei Büdchen-Bierkauf-Besuche und viele Straßen weiter fanden wir jedoch schließlich eine heiße Spur, die uns über Nierentische und Sixties Sessel schließlich in die Trinkhalle und damit mitten hinein in den geliebten Couch-und-Blümchentapeten-Himmel führte. Eine dunkle, gemütliche Ecke, ein Bier in der Hand und die Strokes aus den Lautsprechern. Beinahe wie zuhause.

Auf nach Holland... äh, Quatsch... Limburg... ach, ihr wisst schon: die Niederlande.

Letztes Wochenende kam ich in den Genuss eines kleinen Ausflugs nach Venlo, um zu lernen dass Venlo – dem allgemein-deutschen Irrglauben zum Trotze – nicht in Holland – und auch wenn es an einem Samstag durchaus den Anschein macht, auch nicht in Deutschland – sondern in Limburg liegt. Ich musste außerdem lernen, dass die Niederlande tatsächlich nicht nur aus Grachten und windschiefen, alten, schnuckeligen Kaufmannshäusern bestehen, einem Irrtum, dem man nach ein paar Tagen Leiden und Amsterdam durchaus erliegen kann – schließlich liegt beides – wer hätte das gedacht – in Holland.
Was ich außerdem lernte ist, dass Kaffee und Tee in den Niederlanden günstiger als in Deutschland ist; weswegen man an einem Samstagvormittag in Venlo Zeuge eines erschreckenden Konsumtourismus Kaffee-und-Tee-kaufender Deutscher werden kann.
Diese Erkenntnisse (und noch eine ganze Menge mehr) verdanke ich nicht zu letzt der tollen, extra für mich von Krissi und ihrem Mitbewohner ausgeklügelten Schnitzeljagd, die ich in der Venloer Altstadt absolvieren durfte. Ergebnisse:
Zwischen dem Venloer Marktplatz und dem Bahnhof gibt es 23 Kneipen und Bars. In der Jodenstraat kann man die schönsten Tiffany-Lampen kaufen. Es gibt bis zu 60 unterschiedliche Sorten Starkbier im Supermarkt und das besondere an niederländischen Kreisverkehren ist die gesonderte Fahrradspur.