Danke, Jack Danyells!
Aus diesen Worten kann der ahnungslose Leser nur schließen, dass ich nun schließlich doch dem Alkohol verfallen bin – und zwar in dem Ausmaß, dass ich selbst mein mutmaßliches Lieblingsgetränk nicht mehr richtig buchstabieren kann... Aber keine Angst, die Sorge ist völlig unbegründet. Denn mit Jack Danyells ist an dieser Stelle kein hochprozentiger Getreidesaft gemeint sondern ein herausragendes Mitglied der YouTube Community.
„Noch schlimmer!“ denkt der arglose Leser, der YouTube nur als Plattform für hirnlosen, low-fi Slapstick kennt, in der man zugegebenermaßen auch alle Musikvideos der Popgeschichte finden kann... Ein Name wie Jack Danyells scheint in diesem Zusammenhang nicht weiter verwunderlich, riecht er doch verdächtig nach einem unreifen amerikanischen Teenager der mit dem elterlichen Camcorder und ein paar Freunden einer schlechte Jackass-Kopie aufnimmt und online stellt, und so nicht unwesentlich zur YouTube-Mülldeponie beiträgt.
Tja... falsch gedacht!
YouTube kann auch anders sein. Und diese andere Seite manifestiert sich nicht zuletzt in den großartigen Beiträgen von Jack Danyells. Er produziert mit seinem „Dictionary Of Jack“ oder Beiträgen wie „Sarcasm for Dummies“ bewundernswerte, gleichermaßen witzige wie geistreiche YouTube Videos, die man (vorausgesetzt man hat ein Faible für die englische Sprache und ihren zuweilen seltsamen und bizarren Blüten) einfach lieben muss!
Seht es euch an!!!
Und auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole:
Danke, Jack Danyells!
2008/02/27
2008/02/14
Kapitulation am Kalten Büffet
Da liegt es vor mir, in all seiner schrecklichen Salatblatt-garnierten Schönheit und lacht mich höhnisch aus. Teller an Teller mit wohl portioniertem Fingerfood. Wälder von Zahnstochern, die senkrecht zum Himmel ragen. Schwerbeladene Schaschlik-Spieße, die sich elegant am Tellerrand kreuzen. Eine Armada voller Brotschiffchen. Berge voller Blätterteigschnecken. Doch hinter jedem Bissen lauert das Unheil.Ich weiß noch wie einfach es früher war. Früher war alles was gut aussah essbar. Alles war möglich und wer nicht wagt der nicht gewinnt... Und heute? Heute ist jede Teigtaschen prinzipiell der Feind. Jeder noch so kleine bräunliche Punkt lässt mich zurückschrecken. Von jeder nicht klar zu definierenden Masse geht potenziell eine Gefahr aus.
Ich bleibe also stehen, recke meinen Kopf, gehe unschlüssig auf und ab und am Ende nehme ich nur ein paar der Deko-Trauben von den überladenen Silberplatten...
Das grausame Schicksal eines Vegetariers.
2008/02/01
Vertrauter Feind
Es kommt mir wie eine Ewigkeit vor, seit jenem warmen Sommerabend als The Enemy das letzte und allererste Mal in Hamburg spielten. Als sie großmäulig auf der dreißig Zentimeter hohen Bühne im St Pauli Clubheim standen und der freundliche Mensch von der Plattenfirma stolz ihre UK-Chartsplatzierung bekannt gab. Viele der wohlbekannten Gesichter die sich das Konzert damals ansahen waren auch diesmal dabei: The Enemy im Knust am letzten Tag im Januar. Warum auch nicht? Schließlich ist und bleibt das Debutalbum überzeugend und jeder einzelne Song mitsing- und pog-bar.
Es war nichts Überraschendes. Alle Songs waren dabei. Keiner zuviel, keiner zuwenig. Eiskalte Coolness auf der Bühne, gute Stimmung im Publikum. Kleine Mädchen in der ersten Reihe, betrunkene Engländer in der zweiten. Zum Schmunzeln einzig und allein die Kombination aus gutgelaunt kommunikativem, perfekt durchgestyltem, schwedischem Indie-Rock von Molotov Jive und den sachlichen Working-Class Gesten von The Enemy. Zwei Seiten der Indie-Medallie auf einer Bühne. Röhren-Jeans und Beatles-Hairstyle vs Adidas-Trainingsjacke... funny funny.
Es war nichts Überraschendes. Alle Songs waren dabei. Keiner zuviel, keiner zuwenig. Eiskalte Coolness auf der Bühne, gute Stimmung im Publikum. Kleine Mädchen in der ersten Reihe, betrunkene Engländer in der zweiten. Zum Schmunzeln einzig und allein die Kombination aus gutgelaunt kommunikativem, perfekt durchgestyltem, schwedischem Indie-Rock von Molotov Jive und den sachlichen Working-Class Gesten von The Enemy. Zwei Seiten der Indie-Medallie auf einer Bühne. Röhren-Jeans und Beatles-Hairstyle vs Adidas-Trainingsjacke... funny funny.
Turkish Delight
Istanbul ist mehr als 2000 Jahre alt. Es wechselte drei Mal seinen Namen, war eines der Zentren griechischen und römischen Handelsverkehrs. Es erlebt Belagerungen, Kriege und Kreuzzüge. Es prahlte mit dem Prunk unzähliger Paläste, Kirchen, Moscheen, schrieb tausendfach Geschichte. Mehr als 10 Millionen Menschen wohnen heute dort, an der Scheidelinie zwischen Europa und Asien. Und einer von ihnen ist mein Herz und mein Grund diese großartige Stadt zu besuchen.Es waren vier unglaubliche Tage zwischen Bazaren, Türkischen Bädern, Moscheen, Palästen, Teppichhändlern, Teeverkäufern und bunten Süßigkeiten. Wir sind hunderte Kilometer durch die Stadt gewandert, haben Stunden in Bussen, Zügen und Fähren verbracht, türkisches Bier getrunken und türkisches Essen genossen, haben deutschen Touristen den Weg erklärt, tolle Architektur bewundert und die Sonne über dem Bosporus untergehen sehen. Perfekt und wunderbar.
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