2008/07/30

Swabian Nights

Es mag sein, dass ich noch vor einem halben Jahr gefallen daran gefunden habe das Stuttgarter Nachtleben und im Besonderen die dort beheimatete Indie-Szene ins Lächerliche zu ziehen. Heute lasse ich solche gnadenlosen Verrisse lieber sein: Worin liegt das Vergnügen der harschen Kritik, wenn selbst mein Stuttgarter Begleiter immer wieder in Verzweiflung und Unverständnis über den inkompetenten DJ und die Heerscharen von Junggesell(in)en-Abschiede in peinlichen Outfits (die sich ja zum Leidwesen der Hanseatischen Seele auch auf der Reeperbahn die Ehre geben) jammert.
Eigentlich muss ich doch gestehen: Es war eine sehr amüsante Nacht. Sie begann in mediterraner Atmosphäre mit einem guten Flensburger auf den Treppen des Stuttgarter Opernhauses, schlängelte sich über stundenlange geist- und humorreiche Gespräche durch das dichte Gedränge im Schocken auf die Tanzfläche, drehte dort ein paar heiße Runden zu dem Sound von Maximo Park und den Arctic Monkeys, griff sich an der Ecke noch eine kühle Wulle und eine Portion Falaffel ab, landete schließlich weich auf dem Freiluft-Sofa einer Schicki-Micki-Disco und verabschiedete sich am Stuttgarter Bahnhof um 5 Uhr morgens in den ersten Zug nach Hamburg.
Solche Nächte sind mir stets willkommen.

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