Eine Rock’n’Roll-Blues-Band ohne Bass und Schlagzeug. Nichts weiter als zwei Gitarren, zwei Stimmen und eine Drum-Machine. Einfache Songs, straight forward Blues-Lines, Beats, die direkt in die Hüften gehen und Gesang, der mitreißt, kleben bleibt. Tape Song.
Sie klammert sich an die Stange ihres Mikroständers und lehnt sich weit über den Bühnenrand hinaus. Sie ist überall, zu jeder Zeit. Wildkatze in Lederstiefeln. Klimpernde Armreifen. Leoparden-Jacke. Gitarren wie direkt aus Rolling Stones’ Bitch. Sie klettert auf den Lautsprecher-Turm. Ihr langen Haare wirbeln durch die Luft. Hook and Line. Sour Cherry. Es ist ein Tanz. Sie werfen sich Blicke, Akkorde, Textzeilen zu. Ihre Gesichter nur wenige Zentimeter von einander entfernt. Ihre Körper im gleichen Takt. Rock’n’Roll-Tango. Last Days of Magic. Zauberhaft, sexy, energiegeladen.
Die Kills erinnern mich daran wie einfach und zugleich erfrischend Pop-Kultur doch sein kann. Nostalgisch und trotzdem am Puls der Zeit: What New York Used To Be...
PS: Eine durchaus lobende Erwähnung der Supportband 206 will ich an dieser Stelle nicht vergessen. Auch wenn sicher nicht alle Kills-Fans von der Wahl angetan waren und ich selbst auf das Schlimmste vorbereitet war, als ich etwas von „deutsche Punk-Band“ las... (schließlich macht man so seine Erfahrungen mit Supportbands...) Aber 206 waren eine positive Überraschung. Ein charismatischer Frontmann mit leicht androgynem Charme, Songs mit feinem Sinn für Melodik und Songtexten, die ins englische übersetzt auch als solche von Kurt Cobain durchgehen könnten... Not bad, at all!
2009/03/18
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