Falls bis zu diesem Zeitpunkt noch der geringste Zweifel an meinem Fanatismus für die englische Sprache bestand, sei in diesem Artikel für alle Zeit damit aufgeräumt. Bin ich doch tatsächlich in der Lage einem solch kleinen, bedeutungslosen wie hoffnungslos veraltetem Wort wie Alas einen kompletten Blogartikel zu widmen.
Also fein, nenne mich einen Spinner, einen philologischen Irren... aber sag mir in welchem Wort du die unergründlichen Tiefen menschlichen Elends, Sorge und Traurigkeit zusammenfasst. Sag mir mit welchem Ausdruck du erschöpft und hilflos auf die Grausamkeit dieser Welt reagierst. Sag mir in welchem phonetischen Falkon du deine Tränen verschließt, in welcher lingualen Ruhestätte du deinen Frust begräbst.
Und? Dir fallen ein paar weniger charmante Ausgeburten der modernen Sprache ein? Nichts als „four-letter-words“?
Eine traurige Bilanz...
Wie verführerisch ist im Gegensatz der Gedanke daran all der unvermeintlichen Bitterkeit der Welt mit Stil entgegenzutreten. Wie verlockend die Idee angesichts der hässlichen Realität ein wohlklingendes, historisches Kleinod aus dem Ärmel zu zaubern. Wie süß die Vorstellung dem Leid dieser Erde als Martini trinkenden James Bond zu begegnen. ...wenn, dann doch bitte stilvoll zugrunde gehen!
Ein bodenloser Seufzer der Stil hat: Alas.
Völlig unerwähnt kann in diesem Zusammenhang das großartige, schillernde, stimm- und wortgewaltige Album von Laura Marling „Alas I Cannot Swim“ natürlich nicht bleiben. Aus welchem Grund auch immer diese unglaubliche, talentierte, junge Musikerin das kleine Wort für ihren Album-Titel gewählt hat, und was auch immer du über meine haarspalterischen Ausführungen zu eben jenem Thema denkst: Das Album ist wunderschön. Hör es dir an!
Jetzt aber genug davon...
Und nächste Woche in unserer Reihe „Vom Aussterben bedrohte englischsprachige Ausdrücke die definitiv einen Blogartikel verdient haben“: „Lo! – und die unendlichen Weiten menschlichen Erstaunens.“
2008/03/09
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