Der Abend fing schon früh an. Schließlich würde man als echter Fan niemals freiwillig den In-Store Gig bei Michelle Records in der Hamburger Innenstadt verpassen, den die Band relativ spontan als Ergänzung für das ausverkaufte Konzert im Grünspan angesetzt hatte. Verpasst hätte ich es tatsächlich beinahe, denn wie so oft in letzter Zeit, war ich zu spät dran. Aber dank Cat konnte ich mich noch in den völlig überfüllten Laden und unglaublicher Weise sogar beinahe in die erste Reihe quetschen. Von dort aus genossen wir einen wunderschönen, zu weiten Teilen sehr ruhigen, atmosphärischen Akustik-Gig. Auf der winzigen Schaufensterbühne des Ladens, von allen Seiten umringt von begeisterten Fans präsentierten die drei New Yorker eine bunte Mischung alter und neuer Songs und gaben zu unserer besonderen Begeisterung sogar das wundervolle „Are You Lightning“ zum Besten. Die zahlenden Gäste im Grünspan sollten später am Abend nicht zu dieser Ehre kommen. Mit dem verrückt, kindischen Ohrwurm vom „Kitten Song“ (meow, meow, meow...) im den Gehörwindungen machten Cat und ich uns dann auch sofort auf den Weg zum Grünspan wo wir uns, wie schon einen Monat zuvor an anderer Stelle aber zu gleichem Zweck, mit Ollie und Michael trafen. Was folgte war ein großartiges Konzert in ausgelassener Stimmung. Auch die Supportband Rogue Wave entpuppte sich als sehr angenehmer amerikanischer Indie-Pop. Und so stand dem sorglosen Genuss von 90 Minuten Nada Surf nichts im Wege. Nichts im Wege stand auch im wörtlichen Sinn, denn unser Vierer-Gespann befand sich tatsächlich in der glücklichen Position der ersten Reihe. So wippte wir bei manchem Song ausgelassen mit und schmolzen an anderer Stelle ehrfürchtig dahin. Eine Setlist die keinen Wunsch offen ließ.
Zu erwähnen wäre letztlich nur noch das tolle, rote, überraschend günstige Nada Surf T-Shirt dessen Besitzer ich mich seit kurzem nenne, und die sehr angenehme Location für die After-Show-Party: das Kurhotel auf der Großen Freiheit, dessen Bekanntschaft ich an jenem Abend zum ersten Mal machte – und dass trotz der denkwürdiger Historie (die Beatles haben dort übernachtet!!!) des Gebäudes.


(copyright: Cat)

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