
Man konnte den leicht verblichenen Stempel von der letzten Nacht auf meinem Handgelenk noch erkennen. Ich war donnerstags schon für die Blood Red Shoes im Knust gewesen (Habe ich sie jetzt schon vier oder fünf Mal gesehen? ich bin mir nicht mehr sicher...). Nun waren präzise 24 Stunden vergangen und schon wieder drückte der junge Mann hinter dem Einlass Schalter mir einen Stempel auf die Haut und winkte mich vom Regen hinein in das warme Innere. Während ich meinen Mantel abgab überlegte ich mir ob ich dem Barkeeper wohl einfach ein „wie immer!“ zu werfen könnte..., entschied mich dann jedoch für die konventionelle Art der Bierbestellung. Angenehme Stimmung im übersichtlich gefüllten Knust. Einige bekannte Gesichter, gute liebe Bekannte, ein neues T-Shirt vom Merch-Stand und das Konzert konnte beginnen. Was folgte war die überengagierte Performance der dänischen Vorband Sterling International, die in einer dänischsprachigen Version des Brian Eno Klassikers „Needle in the Camel’s Eye“ ihr Ende und ihren Höhepunkt fand. Nach einer kurzen Umbau-Pause in der zwei weitere Keyboards und vier unterschiedlich-farbige Neonröhren auf der Bühne installiert wurden tauchte schließlich die charmante sechsköpfige Band aus Jacksonville, Florida auf. Time to Dance. Time for Black Kids. Eine sichtlich gutgelaunte Band, jung und energetisch auf ihrer ersten Europa-Tour. Eine fröhliches Publikum, dass nur darauf wartete zu „I’m Not Gonna Teach Your Boyfriend How To Dance With You“ und „Look At Me (While I Rock Wichoo)“ auszuflippen. Hot beats, catchy tunes, cheerful 80ies keyboard sounds and ringing guitars. Eine Stunde, die im Flug verging und Lust auf mehr machte. Mehr fanden wir schließlich im Turmzimmer des Übel und Gefährlich, wo sich ein kleiner exquisiter Kreis (inklusive dem Sänger und dem Bassist der Band) bei „Striktly British“ wieder traf. Neuer Club, neuer Stempel. Und ich muss sagen, ich hatte wirklich Spaß. Für ein paar Stunden mal wieder mittendrin, in Hamburgs Indie-Musik-Szene. Mittendrin, zwischen all den Music-Snobs und unverbesserlichen -Liebhabern. Mittendrin und ein Teil davon.

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