Mehr als zwei Wochen ist es schon her: Halloween-Weekend. Vampire Weekend.
Unsere selbst gezimmerte „Indie vs Electro“ Party im Wohnheim am Halloween-Abend. Zwei Music-Snobs schmeißen eine Party, laden andere Music-Snobs ein, um bis zum Morgengrauen zu reden, zu trinken, zu tanzen und finden sich am Ende wieder mitten in einem Haufen gutgelaunter, betrunkener Menschen in verrückten Kostümen, die gerne „Party-Musik“ hören wollten. Unsere Antwort: Inform yourselves. Die Party-Einladung war unmissverständlich: no techno, no r’n’b, no charts, just good music. Live with it.
Ein paar Stunden Schlaf und einige Kisten Leergut später trafen sich einige der Music-Snobs des vergangenen Abends wieder: Vampire Weekend im Übel und Gefährlich. Catherine, Axel und ich auf dem Logenplatz am Geländer. Die spanische Support-Band El Guincho hämmerte mit ihren repetitiven Beats auf uns ein. Das Gefühl von 20 Herz Bässen in der Magengegend und der Geruch von Kunstnebel nahm mich plötzlich mit auf eine Zeitreise zurück in die frühen 90er, als ich als junges Ding auf meine ersten (Dorf-)Disko-Abende ging und beides noch einen Hauch von Neuerung und Aufregung ausstrahlte. Der billige Abglanz von Rock’n’Roll irgendwo im Niemandsland. Schön dass es vorbei ist...
Aus jenen Träumereien weckten mich schließlich Vampire Weekend mit einem untadeligen Konzert. Lächelnd zogen die Band ihre wundervollen Song-Diamanten aus der Kiste schwangen sie - ganz nach John Lennons Aufforderung* - rhythmisch durch die Luft, bevor jene Klang-Edelsteine pünktlich 60 Minuten später wieder in der Kiste verschwanden. Eine Wiederauflage des Konzerts im Mai. Nicht überraschend und doch schön.
* John Lennon during the Beatles Show at the Royal Albert Hall in 1963 "Will the people in the cheaper seats clap your hands? All the rest of you, if you'll just rattle your jewelry."

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