Er deutete grinsend auf seine schwarz gemusterte Krawatte. Kleine weiße Anker zierten den Stoff. Passend zum Club, passend zur Stadt. Er schien richtig stolz darauf zu sein und erklärte eifrig: „I’m wearing it the second night today. Because the club is called Docks and we are in Hamburg. It’s pretty cheesy, I know. But I’m a cheesy person...“
Nun, über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten und wer könnte angesichts des maritimen Charme Hamburgs der Versuchung thematischer Kostümierung widerstehen... Schockierender war vielmehr die Tatsache, dass man IRGENDEIN Kleidungsstück – und sei es nur eine Krawatte – nach solch einem Konzert ein zweites Mal tragen könnte.
Es war Maximo Park im Docks. Zwei Abende in Folge, denn ein Konzert hatte nicht ausgereicht das Verlangen der Fans nach ein bisschen greifbarem Rock’n’Roll zu stillen. Greifbar war – wie zu erwarten war – vor allem die Luft. Eine schwere Mischung aus Rauch, Alkohol und Schweiß, die auch durch das enthusiastische Springen der Massen kaum in Bewegung zu bringen war. Willkommen im Docks. Die äußeren Umstände (die einstündige Garderoben-Schlange nicht zu vergessen) waren somit alles andere als perfekt. Aber wen stört’s wenn man in der vierten Reihe, keine fünf Meter von der Band entfernt glücklich in den Massen badet?
Es war mitreißend, verzaubernd, direkt, unmittelbar, reell. Wenn ich Maximo Parks Sänger Paul Smith einen Namen geben würde, wäre es Charmer. Er grinst. Er springt. Er tanzt. Er witzelt. Dazu die eigenwillig liebenswerten Bewegungsmuster des Keyboarders. Wen kümmert das statische Auftreten von Bassist und Drumer. Ich war froh dabei zu sein. Mit hunderten zusammen diese Lieder zu hören, zu singen. Großartig.
Komisch, ich hatte sie anders in Erinnerung. Als ich sie damals auf dem Festival sah, war es anders. Irgendwie war ich auf weniger Dynamik gefasst. Aber Dynamik gab es reichlich. Nur Luft eben nicht.

2 comments:
Mann oh Mann - ein Konzertbericht jagt hier den nächsten!
Na ja, dafür hab ich ja jetzt mein Bloc Party-Ticket...
ohhh... da hast du mich aber an einer empfindlichen Stelle getroffen. und du weißt es. WIE GEMEIN!!!
Post a Comment