2007/10/18

Was Pop-Songs uns lehren


Es ist mit Abstand mein Album des Jahres: „Control“ von den GoodBooks.

Und das liegt nicht nur an dem sympathischen Bandnamen. Auch nicht ausschließlich an den himm- lischen Melodien und dem liebens- werten Arrangement. Es liegt zu großen Teilen an den Geschichten die ihre Songs erzählen. Es sind Songs zum hinhören, zum zuhören.
Da wäre zum Beispiel der Song „Passchendaele.“ Die Geschichte eines englischen Soldaten im ersten Weltkrieg mit dem großartigen Refrain:

He carried English bayonets in an English way
He smoked German cigarettes on Christmas Day
He never made it past twenty-five
He died at Passchendaele
Fighting for the cause in a War To End All Wars.

Was daran schön ist? Schlichtweg die Intelligenz.
Denn im Gegensatz zu den meisten Popsongs muss man hier mitdenken.
Man muss wissen, dass Passchendaele eine kleine Stadt in Flandern ist in der eine der schlimmsten Schlachten der ersten Weltkriegs stattfand und dass ihr Name vor allem für die Briten zum Sinnbild des menschenverachtenden Tods im Schlamm des Schützengrabens geworden ist.
Man muss wissen, dass die „German cigarettes“ auf den Weihnachtsfrieden von 1914 anspielen, bei dem englische und deutsche Soldaten spontan und ohne Befehl von oben für drei Tage die Waffen niederlegten und zusammen Weihnachten feierten.
Man muss wissen, dass der Ausdruck „The War To End All Wars“ im Englischen ein weit verbreiteter Name für den ersten Weltkrieg ist.

Ich geb zu, ich wusste es nicht – nicht alles jedenfalls. Aber ich habe es nachgelesen. Tjaja, was Pop-Songs uns nicht alles lehren können. Eine Geschichtsstunde mit den GoodBooks.

1 comment:

Ciceros Erbe said...

Hey, vielen Dank auch nochmals, dass ich dieses tolle Album nun auf meinem MP3-Player genießen kann! Ist wirklich klasse!